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Von: MichaelKuss

Kleine und große Fische. Oder: Autoren unter sich...

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Um zehn Uhr war ich mit meinem Agenten an seinem Messestand verabredet. Einen Termin mit einem Buchagenten auf der Frankfurter Buchmesse zu bekommen, das war wie ein Hauptgewinn im Lotto.

Gerade waren meine ersten Sachbücher veröffentlicht worden, nun hoffte ich vor allem auf den Einstieg in die Belletristik. Wir kleinen Fische wühlen uns durch alle Tiefen des Autorenlebens und freuen uns über die kleinste Aufmerksamkeit der Agenturen. Die Buchmesse liebt die Verlage, jedoch weniger die aufdringlichen Autoren, die auf der Suche nach „Möglichkeiten“ die Stände der Verlage bevölkern und Agenten und Verleger bis zur Verzweiflung belästigen.

Aber jetzt war ich hier, mit Herzklopfen und vielen Vorschlägen und Ideen. Geduldig wartete ich am Stand meines Buchagenten, als ein Mann mittleren Alters hinzukam, nervös auf die Uhr schaute, sich – ohne mich zu beachten oder zu grüßen - neben mich stellte und ein Manuskript aus seiner Aktentasche holte, in dem er aufmerksam blätterte. Der Fremde war schmalbrüstig, von ziemlich kleinem Wuchs, hatte lichtes Haar, eine von Falten gerunzelte Stirn; er schaute oft auf seine Uhr und trat von einem Fuß auf den anderen.

‚Aha!’ dachte ich. ‚Noch so ein armes Schwein wie ich, das man hierher bestellt hat und das jetzt ungeduldig wartet, um für sein erstes Manuskript einen Verlag zu finden. Wahrscheinlich hat er den gleichen…

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