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Von: Falabella

Kapitel 2

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Was bisher geschah: Marie geht spazieren, doch dann wird sie unfreiwillig in eine Entführung hineingezogen.

Einer öffnete die Tür. Sie waren immer noch im Wald und der Typ, der sie gefangen hatte, hatte immer noch die Skimütze auf. Marie dachte an die fehlende Kreativität des Entführers, aber ihr Gewissen forderte eindringlich sich Sorgen zu machen.

Er ließ sie netterweise ohne zu drängeln aussteigen. Marie hatte das Bedürfnis sich zu bedanken und tat es auch, leise.

„Ok, ich bring den Typen in die Hütte.“ Der größere und muskulösere sagte es zu dem, der Marie hatte aussteigen lassen.

„Und sie?“ wollte dieser wissen.

Der Grimmige dachte einen Moment nach. „Bring sie um und vergrab sie irgendwo. Mach‘s aber richtig, sonst haben wir bald überall Bullen und darauf hab ich keinen Bock.“

„Um Gotteswillen! Sie hat doch gar nichts getan!“ schrie der Anzugträger, die Stimme voller Grauen, aber der Entführer packte ihn und zerrte ihn davon, unter Schlägen und Tritten.

Marie stand da.

Sie hatte keine Angst gehabt. Immerhin gab es Polizei und ihr Vater wusste, dass sie im Wald gewesen war. Sie wusste, dass die Realität nicht so schrecklich war wie im Fernsehen.

Ein Mord?

Die Worte kamen an, aber was sie bedeuteten, dahinter stieg sie nicht.

Sie blickte den Entführer neben ihr an, blinzelte.

„Steig ein.“ sagte er zu ihr und sie wollte hinten einsteigen, aber er deutete nach vorn.

Auch gut.

Er wendete den Wagen und fuhr einen weiteren Waldweg entlang, aber Marie kannte ihn nicht.

„Also werden Sie mich umbringen?“

Als sie aussprach wurde es wirklicher und eine Gänsehaut überkam sie.

Sterben wollte sie sicherlich nicht.

Aber er antwortete nicht, zog sich aber dafür die Maske vom Kopf. Er war jünger als Marie erwartet hatte, etwa 30, vielleicht etwas älter.

Er hatte rotblonde, wirre Haare und Bartstoppeln, eigentlich sah er viel zu normal aus. Marie war erleichtert, denn einem typischen Mörder wurde er nicht gerecht, eher einem Kaufmann.

Er schaltete das Radio an, sprach kein Wort und Marie kämpfte mit ihrer Nervosität und leichten Müdigkeitsgefühlen.

Sie wurde erst wieder richtig wach, als sie die Stadt sah, mit dem Lichtern im Nachschein. Inzwischen war es fast Zehn.

Sie fuhren in ein Vorstadtgebiet, dass Marie nicht gut kannte.

In einem gepflegten, aber nicht übermäßig luxuriösen Wohnviertel hielten sie plötzlich.

„Na los, verpiss dich.“ sagte ihr Entführer dann, aber Marie blieb überrascht sitzen.

„Sie lassen mich gehen?“ wollte sie zur Vorsicht wissen und er verdrehte die Augen.

„Wenn du einen Ton sagst, finde ich dich und lege dich dann um. Und jetzt hau ab.“

„Und warum lassen sie mich hier aussteigen?“

„Weil ich hier um die Ecke wohne und jetzt hau endlich ab!“ knurrte er und Marie stieg verwundert aus.

Wenn sie Leute entführt hätte und dann wieder aussetzte, hätte sie sie irgendwo im Nirgendwo ausgesetzt.

Aber gut.

Marie beschloss heimzugehen.

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