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7/10
Von: Grit Stange

Die wahre Weihnachtsgeschichte

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( Warum das Wunder der Weihnacht für Atheisten größer ist als für jeden Gläubigen )

Es war einer der ersten sonnigen Frühlingsnachmittage, als Maria mit einem großen Krug auf der Schulter zum Brunnen ging, um frisches Wasser zu holen.
Diese Arbeit war eine gute Gelegenheit, sich mit den anderen Mädchen zu treffen, sich zu unterhalten und ein wenig herumzualbern.
Es hatte sich schon herumgesprochen, dass Maria noch in diesem Jahr ihren Joseph heiraten würde. Natürlich hatten all ihre Freundinnen längst gemerkt, dass Joseph mehr als nur ein Auge auf Maria geworfen hatte, allein die Art, wie er scheinbar zufällig immer dann auftauchte, wenn sie mit ihren Ziegen unterwegs war oder er sich am Brunnen zu schaffen machte, wenn sie auftauchte...
Die Freundinnen neckten sie deswegen oft, aber es war ein herzliches Lachen, denn sie mochten das freundliche Mädchen, das so keinerlei Dünkel zeigte, obwohl die Familie zu den angesehensten in der Gegend gehörte.
Nach einem kurzen Plausch mit den anderen machte sich Maria rasch auf den Heimweg, denn sie hatte der Mutter versprochen, ihr noch bei der Vorbereitung des Sabbatessens zu helfen.
Es waren nur noch wenige Leute auf der Straße, als sie plötzlich harte Schritte hinter sich hörte.
So klangen nur die Stiefel der römischen Soldaten – es war eine Patrouille.
Die Schritte kamen näher: „Hey, du da, bleib stehen!“
Maria beschleunigte ihre Schritte. Es war nicht mehr weit bis nach Hause.
„Hey, bist du taub, du jüdische Schlampe, du sollst stehen bleiben!“
Maria tat, als verstünde sie nicht und schritt noch zügiger aus, doch plötzlich wurde sie hart herumgerissen und zu Boden geworfen. Der Krug zerbarst, und das Wasser spritzte auf den Boden.
Einer der Römer warf sich auf sie, der andere hielt sie fest.
Sie war wie gelähmt vor Angst und Schrecken – sie hatte doch nichts Verbotenes getan, was wollten diese Männer nur von ihr?
Schließlich begriff sie – und voller Entsetzen wollte sie um Hilfe schreien, doch der Soldat hielt ihr den Mund zu, und ihr Versuch, ihn in die Hand zu beißen, trug ihr einen so heftigen Schlag ins Gesicht ein, dass ihr Kopf hart auf die Steine schlug und ihr schwarz vor Augen wurde.
Sie konnte sich nicht mehr wehren, und die beiden Soldaten fielen gierig über sie her.
„Oh, wir haben eine Jungfrau erwischt, los, mach, dass wir hier wegkommen, bevor einer von den Alten hier auftaucht, die kommen um diese Zeit immer hier lang, damit sie am Abend zu Hause sind – heute haben die ihren Feiertag.“ - „Mensch, die liegt da wie tot, alles voller Blut, wir können doch nicht...“ - „Bist du bescheuert, wenn uns hier einer sieht, machen die uns kalt – ohne Waffen, das kannst du mir glauben, also lass uns abhauen!“

Als die beiden um die Ecke gebogen waren, richtete sich Maria mühsam auf, keiner der beiden hatte einen Namen gesagt – sie würde sie niemals wiedererkennen, diese Römer sahen doch alle gleich aus...
Aber was sollte so ein Gedanke – sie würde  d a s  niemals irgend jemandem erzählen können.
Eine Frau, die bei der Hochzeit nicht rein war, wurde in einen Brunnen gestoßen!
Sie durfte mit niemandem darüber sprechen, niemals. Sie richtete notdürftig ihr Kleid und ging nach Hause, die Scherben des zerbrochenen Wasserkruges ließ sie liegen – den konnte man nicht mehr reparieren.
Mechanisch setzte sie einen Fuß vor den anderen - und im Rhythmus ihrer Schritte sagte sie sich immer wieder: „Es ist nichts geschehen, es ist nichts geschehen, es ist nichts geschehen...“
Als sie zu Hause ankam, stand ihre Mutter schon in der Tür, sie hatte vergeblich auf Maria gewartet und die Sabbatvorbereitungen allein erledigen müssen.
Maria sagte unter Tränen, sie sei auf dem Rückweg gestürzt und unglücklich mit dem Kopf aufgeschlagen, weil sie den Krug nicht zerschlagen wollte, dabei sei ihr schwarz vor Augen geworden und sie sei wohl eine Weile ohnmächtig gewesen.
In den Armen ihrer Mutter schluchzte sie, doch diese sagte nur: „Nun beruhige dich doch, mein Kind, es ist doch nicht so schlimm, wir haben ja noch andere Krüge, nun wein doch nicht so, wir wollen doch freudig den Sabbat begehen, komm, du schaffst es gerade noch, dich umzuziehen, dein Kleid sieht ja furchtbar aus, morgen kannst du es waschen und flicken.“
Maria nickte nur und ging in ihre Kammer, ihr Blick war leer, der Glanz in ihren Augen erloschen.

Den Rest des Abends sprach sie außer den Gebeten kein Wort mehr, die Mutter sah sie mehrmals forschend von der Seite an, sagte aber auch nichts weiter.

Nachts in ihrer Kammer rang Maria die Hände: „Gott, warum musste ich das ertragen, was habe ich nur getan, dass ich so gestraft werde? Oh Gott, was soll ich nur tun? Niemand wird mir glauben, alle werden sagen, ich sei eine Hure – und Joseph – er wird mich verachten, seine Familie wird mich niemals in ihrem Haus dulden, - Gott, womit habe ich dich nur erzürnt?“
Irgendwann war sie eingeschlafen, doch plötzlich stand ihre Großmutter in ihrer Kammer: „Mädchen, was machst du für einen Lärm, du hast so geschrien?“ - „Es ist nichts geschehen, es ist nichts geschehen, ich muss schlecht geträumt haben.“
Großmutter schüttelte den Kopf: „Mädchen, ist auch alles in Ordnung mit dir, lass mich deine Verletzungen mal ansehen, du weißt doch, Großmutters Kräutersalben wirken Wunder.“-
„Nein, ist schon gut, ich bin so müde, lass mich bitte weiter schlafen, wir wecken sonst nur die anderen alle auf.“
Die alte Frau verließ die Kammer mit einem unguten Gefühl – irgend etwas hatte das Kind...

Irgendwie vergingen die nächsten Wochen, Maria wirkte zeitweise wie eine Schlafwandlerin, manchmal starrte sie mit blicklosen Augen vor sich hin, sie tat mechanisch ihre Arbeit und versuchte, möglichst nicht mehr allein das Haus zu verlassen.
Am Brunnen bemerkten die anderen Mädchen auch, dass sie sich verändert hatte, schon lange hatte keine mehr ihr glockenhelles Lachen gehört. Es war, als hätte sich ein Schatten über Maria gelegt.
Das blieb natürlich niemandem verborgen, aber die Leute meinten, sie sei halt ernster, erwachsener geworden und albere eben nicht mehr so viel herum, außerdem sei sie wohl aufgeregt und denke mit etwas Bangen an die Hochzeit und daran, dass sie dann ihr Elternhaus verlassen würde...
Inzwischen gab es Gerüchte im Ort.
Soldaten der Garnison hatten im Rausch geprahlt, dass sie einer jüdischen Jungfrau gezeigt hätten, was ein richtiger Mann sei – doch kein Mädchen hatte irgendetwas darüber gesagt und so wussten die Leute nicht, was sie glauben sollten.
Die Gerüchte drangen auch zu Marias Vater, er erzählte seiner Frau ganz empört, was er auf dem Weg zum Gebet gehört hatte – diese sagte kein Wort dazu, sie machte sich Sorgen und beobachtete Maria in den folgenden Tagen noch genauer. „Maria, willst du mir nicht irgendwas erzählen, ich sehe doch, dass dich etwas bedrückt...“ - „Es ist nichts, Mutter, wirklich nicht“, sagte Maria und wünschte sich, dies wäre die Wahrheit. Sie hatte ihre Mutter noch nie angelogen.
Maria wartete, noch einen Tag, noch einen Tag, als sie schließlich am nächsten Morgen aufstand, war sie sich sicher. Ihre unreinen Tage blieben aus. Das konnte nur eines bedeuten – sie war schwanger. Was sollte sie nur tun? Ihr Leben war zerstört.
Ein Kind ohne Vater – was für eine Schande! Dabei hatte sie sich ihr Leben immer so schön vorgestellt – mit Joseph, den sie so sehr mochte und den sie in den letzten Wochen kaum gesehen hatte.
Es gab nur eines – sie musste doch mit ihrer Mutter reden – oder mit der Großmutter...
Wie ein Gespenst sah sie aus, als sie schließlich in die Küche kam, wo die beiden Frauen bei der Arbeit waren.
„Mutter, ich kann nicht mehr – ich bin schwanger.“ Tränenüberströmt sank Maria zu Boden.
Die alte Frau nahm sie in die Arme und sagte:„Weine dich aus, Mädchen, lass die Tränen fließen – und dann werden wir gemeinsam überlegen, was wir tun.“ -
„Oh Gott, ich habe das befürchtet, Nacht für Nacht habe ich gebetet, es möge nicht wahr sein, oh Gott, warum hast du uns das angetan! Warum nur? Warum? Warum...“
Das Wehklagen der Mutter ging in ein leises Stöhnen über, als die Alte schließlich all dem ein Ende machte: „Was geschehen ist, ist geschehen, wir können es nicht mehr ändern. Wir kennen Gottes Willen nicht, wir müssen tapfer erdulden, was er uns auch für Prüfungen auferlegt. Und...“ - ihre Stimme wurde jetzt energisch: „Wir müssen unsere Tochter schützen – vor bösem Gerede der Leute und vor Schlimmerem! Ich werde heute noch mit Joseph reden.“
Weder Mutter noch Tochter hielten das für eine gute Idee, aber sie wussten, dass es keinen Zweck hatte, Großmutter zu widersprechen.
Sie ging aus dem Haus – auf ihren Stock gestützt, aber mit energischen Schritten.

Schon bald kam sie zurück – mit Joseph im Schlepptau, denn er war unterwegs zu ihnen gewesen: „Sag doch, was ist mit Maria, ist sie krank – ich habe sie schon so lange nicht mehr gesehen?“
Die Alte funkelte ihn an: „Setz dich hin, Junge.“
Unter diesem Blick aus den dunklen, durchdringenden Augen in dem runzligen, von einem harten Leben gezeichneten Gesicht fühlte er sich immer wieder wie ein kleiner Junge – und er gehorchte sofort und setzte sich auf die Bank.
Die Alte setzte sich genau gegenüber und schaute ihn unverwandt an, als wolle sie tief in sein Innerstes sehen.
„Joseph, sag ehrlich, liebst du Maria von ganzem Herzen?“ -
„Aber natürlich, das wisst ihr doch, wir werden bald heiraten. Was ist mit ihr? Sagt mir doch, wenn sie krank ist oder Hilfe braucht.“
Ratlos sah er von der Mutter zur Großmutter, als diese plötzlich sagte: „Was würdest du tun für sie, sag es mir ehrlich.“ Er sah ihr fest in die Augen: „Alles.“
Die Alte nickte. „So so, alles, nun so wisse, dass Marias Schicksal allein in deinen Händen liegt.
Du hast die Gerüchte gehört, die über diese römische Patrouille im Umlauf sind?“
Joseph nickte – er verstand überhaupt nichts, man sah es seinem Gesicht an.
Die alte Frau sagte leise: „ Sie haben Maria Gewalt angetan – und sie ist schwanger.“
Joseph sprang auf: „Ich werde diesen Schurken bei lebendigem Leibe die Haut abziehen, diese verdammten Verbrecher, was bilden die sich ein, noch damit zu prahlen!“
Er stürzte zur Tür, das Gesicht vor Wut verzerrt, als hinter ihm eine laute Stimme rief:
“Halt, Joseph!“
Er drehte sich um, die Alte befahl ihm: „Setz dich hin und denke nach! Du weißt nicht, wer es war, Maria würde sie nicht wiedererkennen, und wenn du etwas unternimmst, werden alle davon erfahren, dass es Maria ist, die geschändet wurde. Du weißt, wie die Priester über so etwas denken, deine Rache würde Maria das Leben kosten, du kennst die Strafe, die sie nur zu gern verhängen würden. Nur du allein kannst Maria noch retten.“
Joseph stütze den Kopf in seine Hände und sah von einer zur anderen:
„Aber was soll ich tun?“
Eindringlich sah ihn die alte Frau an:
„Wenn du Maria wirklich liebst, dann tust du  g a r  n i c h t s ! Du heiratest Maria, und das Kind, das sie unter dem Herzen trägt, wird als dein Sohn aufwachsen.“
Marias Mutter, die die ganze Zeit über kein Wort gesagt hatte, sprach nun ganz leise:
„Vorhin sagtest du, du würdest alles tun für deine Maria, sag schon, könntest du deinen Stolz vergessen und dieses Kind annehmen?“
Nach einem langen, drückenden Schweigen stand Joseph auf, er lief wie ein gefangenes Tier von einem Ende des Raumes zum anderen und wieder zurück – immer noch sagte niemand ein Wort.
Schließlich brach Joseph das Schweigen:
„Es war Gottes Wille – wir Menschen können seine Pläne nicht erkennen noch ändern, es kann nicht sein Wille sein, dass Maria stirbt, lasst uns unser Schicksal annehmen. Ich verspreche euch, dass ich dieses Kind wie meinen Sohn großziehen werde, ich werde alle Pflichten eines guten Juden an ihm erfüllen, ihn beschneiden zum Zeichen des Bundes, ihn mein Handwerk lehren, damit er nicht zum Dieb wird und ihn in Gottesfurcht erziehen.
Ich werde alles tun, damit er ein guter Jude wird, so will ich Gottes Willen erfüllen.“
Marias Mutter stand auf und schloss ihn in die Arme. Tränen standen in ihren Augen:
„Mein Sohn...“, flüsterte sie gerührt.
Die Alte humpelte auf ihn zu: „Ich wusste, dass du ein guter Junge bist, die Maria hat dich so gern, nun geh schon zu ihr hinauf und hole sie herunter, sie hat sich wochenlang nicht aus dem Haus getraut, es wird Zeit, dass wir den Tatsachen ins Auge sehen.“
Sie drückte Joseph die Hand, ihr Händedruck war hart und fest - und sie fügte noch hinzu:
„Die Männer brauchen von all dem nichts zu wissen – diese Sache bleibt unter uns, ihr wisst alle, was davon abhängt.“

Joseph fand seine Braut in der Kammer sitzend – ein Bild des Jammers.
Mit ihren hohlen, bleichen Wangen sah sie so zerbrechlich aus, so verletzlich.
Behutsam nahm er ihre Hand: „Die beiden haben mir alles erzählt, hab keine Angst, niemand wird dir etwas tun, du wirst bald meine Frau sein und das Kind – er legte ganz vorsichtig seine Hand auf ihren Leib – es ist ein Teil von dir und es wird mein Sohn sein. Es war Gottes Wille – und er wird ein guter Jude werden, das verspreche ich.“
Marias Kehle war wie zugeschnürt, sie brachte kein Wort heraus, aber das war auch nicht nötig, sie verstanden einander auch so.
Hand in Hand betraten sie die kleine Küche, in der die beiden Frauen auf sie warteten.
Niemand sprach. In stillem Einverständnis sahen sich alle der Reihe nach an.
Als Joseph das Haus verließ, war er ein anderer geworden. Er grübelte: Würde er das wirklich schaffen, dieses Kind von einem verhassten Römer als sein eigenes aufzuziehen? Würde er das Gerede der Leute ertragen können? Was würde geschehen? War seine Liebe stark genug?
Am Abend betete er besonders inbrünstig, und er schlief mit dem Gedanken ein, dass Gottes Wille manchmal sehr schwer zu befolgen war...

Schon kurze Zeit später wurde die Hochzeit gefeiert, Maria zog zu ihrem Mann und wurde in seiner Familie herzlich aufgenommen.
Sie wurde eine glückliche Mutter, der Kleine war ein richtiger Sonnenschein. Sie hatten ihn Jesus genannt, „Gott ist Heil“, dies schien ein guter Name, so hatte es Joseph bestimmt.
Er blieb nicht das einzige Kind. Maria schenkte ihrem Mann noch weitere Söhne und Töchter.
Sie war ihm eine gute Frau – und auch wenn sie inzwischen in die Jahre gekommen und ihre einstige Schönheit verblasst und ihr Haar ergraut war, so liebte er sie wie am ersten Tag, und er bereute sein Versprechen niemals.

Als Jesus älter wurde, fiel ihm immer mehr auf, dass er seinen Geschwistern gar nicht ähnlich sah, auch seinem Vater nicht, und so fragte er ihn eines Tages, warum das so sei.
Joseph, der dieses Kind einfach nicht anlügen konnte, erzählte ihm, dass er nicht von seinem Samen gezeugt worden war. Er konnte ihm aber doch nicht sagen, dass er das Ergebnis einer scheußlichen Gewalttat war, also sagte er, was er auch immer allen anderen erzählt hatte: „Es war Gottes Wille.“
Jesus sah ihn fragend an: „Wie meinst du das?“ -
„Mein Sohn, ich meine damit, dass Gott sicherlich noch etwas Besonderes mit dir vorhat.“ -
„Aber was denn, Vater?“ -
„Das weiß ich nicht, aber wenn es soweit ist, wirst du es wissen, genau wie ich es gewusst habe, als er ein Opfer von mir verlangte. Ich weiß nicht, wer dein leiblicher Vater ist, ich weiß nur eines: Dass deine Mutter dich geboren hat, war Jahwes Wille – und du musst dich dessen würdig erweisen. Niemand kann Gottes Wege vorhersehen...“
Und so tat Joseph viel mehr, als nur sein Versprechen einzulösen, alle Pflichten eines guten Juden an diesem Kind zu erfüllen, er gab ihm die Liebe und Zuwendung eines guten Vaters und erzog ihn nicht nur in Gottesfurcht, sondern lehrte ihn, Gott zu lieben.
Und so wurde aus diesem Kind jener charismatische Prediger, der den Menschen, die bisher nur einen strafenden, einen rächenden Gott gekannt hatten, von der Liebe Gottes kündete, der einen neuen Glauben voller Liebe und Vergebung begründete, der ohne Dünkel alle Menschen als vor Gott gleich ansah und über den man schon bald anfing, wundersame Geschichten zu erzählen.

Viele hundert Jahre später schmälerte man das Verdienst seiner Eltern, indem man Geschichten über himmlische Boten erfand, die Maria und Joseph ihr Schicksal verkündeten und aus Jesus  d e n  Sohn Gottes machten. Viele Generationen später wurden sie aufgezeichnet - und sie entfernten sich immer mehr von der Wahrheit. Es sind schöne und rührselige Geschichten, man kann sie in den Evangelien nachlesen und besonders in der Weihnachtszeit auch allerorten hören, doch das wahre Wunder der Weihnacht ist und bleibt die große Liebe, die es einem Mann ermöglicht hat, bei einem so empfindlichen Thema über seinen Schatten zu springen, die Liebe zwischen Joseph und Maria – und die väterliche Liebe zu einem Kind, die so stark war, dass daraus ein Glaube werden konnte, der sich über die ganze Welt verbreitet hat.

Psst…! Weitersagen:

Kommentare

Erstellt von Bernar LeSton (Benutzer) on
8
Interessante Neuinterpretation einer alten Geschichte - gut durchdacht, sauber verfasst und bis zum Schluss konsequent zu Ende erzählt. Bernar
Erstellt von julius (Benutzer) on
6
Vorstellbare Geschichte, aber woher wusste die Großmutter: "... das Kind, das sie unter dem Herzen trägt, wird als dein Sohn aufwachsen."? ;-)